Wirtschaftsinformatik (Bachelor-Studiengang): Betriebliche Anwendungen der Informationsverarbeitung (3. Semester)

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JC / CM, Kurs vom 01.04.2003 - 30.09.2003

Betriebliche Anwendungen der Informationsverarbeitung: Finanz- und Rechnungswesen, Personalwirtschaft: Finanz- und Rechnungswesen, Personalwirtschaft (Organisations-Management, Personaleinsatzplanung, Personalwirtschaft).

  1. Finanz- und Rechnungswesen
  2. Personalwirtschaft

Finanz- und Rechnungswesen

Rechnungswesen = Buchhaltung + Kostenrechnung + Statistik

Buchhaltung:

Zusammensetzung der Buchhaltung

Bildbeschreibung "Zusammensetzung der Buchhaltung": Debitoren-, Kreditoren-, Anlagen-, Wechsel-, Lohn-/Gehalts- und Lagerbuchhaltung bilden gemeinsam die Hauptbuchhaltung. Aus dieser wird der Abschluss generiert.

Rechnungswesen - extern und intern:

Externes Rechnungswesen:

  • Bilanz
  • Liquiditätsrechnung
  • Gewinn- und Verlustrechnung
  • Gewinnrücklagebericht

Internes Rechnungswesen:

  • Produktkostenberichte
  • Kostenstellenberichte
  • Profit-Center-Berichte
  • Deckungsbeitrag

Belegprinzip:

Belegprinzip

Bildbeschreibung "Belegprinzip": Originalbelege, Nummernkreise und Belegablage. Beispiel. Kundenrechnung Nummer 4567 (nächste laufende Nummer) gehört zu Nummernkreis 01 und wird in dem Ordner 4001-5000 abgelegt. Kundengutschrift Nummer 6543 (nächste laufende Nummer) gehört zu Nummernkreis 02 und wird in dem Ordner 6001-7000 abgelegt.

Abstimmkonto:

Abstimmkonto

Bildbeschreibung "Abstimmkonto": Nebenbuch enthält Debitoren- und Kreditorenkonto. Hauptbuch enthält Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sowie Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen.

Belegarten:

einerseits:
  • Debitorenrechnungen (DR)
  • Debitorengutschriften (DG)
  • Debitorenzahlungen (DZ)
  • Sachkontenbelege (SA)
andererseits:
  • Kreditorenrechnungen (KR)
  • Kreditorengutschriften (KG)
  • Kreditorenzahlungen (KZ)
  • Kreditorennettorechnungen und -gutschriften (KN)

Buchungsschlüssel:

Der Buchungsschlüssel (BS) hat eine Steuerungsfunktion bei den Belegpositionen.

Er legt folgendes fest:
  1. Kontoart für die Buchung der Belegposition
  2. Buchung der Belegposition im Soll ode Haben
  3. Feldstatus der Zusatzangaben

Zusatzangaben sind z.B. Geschäftsbereich, Kostenstelle, Text.

Kostenrechnung

Ergebnisrechnung:

Wie rentabel sind einzelne Marktsegmente?

Gemeinkosten-Controlling:

Wie können wir unsere Gemeinkosten reduzieren?

  • Arbeiten die Verantwortungsbereiche effektiv?
  • Wie hoch sind die Kosten der organisatorischen Aktivitäten? Bewegen sie sich im geplanten Rahmen?
  • Wie können wir unsere internen Geschäftsprozesse optimieren?

Produktkosten-Controlling:

Wie hoch sind die Fertigungskosten eines Produktes?

Kosten- und Erlösartenrechnung:

Welche Kosten fallen in der Organisation an?

Profit-Center-Rechnung:

Wie rentabel sind einzelne Unternehmensbereiche?

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Personalwirtschaft

Funktionsbaum der Personalwirtschaft:

  • Personalverwaltung
    (Mitarbeiter, Stellen, Schichtpläne, Ausbildungsmaßnahmen)
  • Personalabrechnung
    (Zeitermittlung, Bruttolohnberechnung, Nettolohnberechnung, Reisekosten, Pfändungen, Datenaustausch, Personalcontrolling, Personalberichtswesen)
  • Personalplanung
    (Personalbedarfsplanung, Personalbeschaffung, Entgeltplanung, Arbeitsstrukturierung, Personaleinsatzplanung, Personalentwicklung, Simulation)

Organisations-Management

Das Organisations-Management basiert auf der Erstellung und Verwendung von Organisationsobjekten sowie deren Verknüpfung zueinander.

Objekttyp: Stellen:

Stellen sind allgemeine Klassifikationen von Aufgaben, die von Mitarbeitern ausgeführt werden.

Beispiele: Abteilungsleiter, Einkäuferin, Sekretärin

Objekttyp: Planstellen:

Planstellen stellen die Konkretisierung von Stellen dar. Sie werden von einzelnen Personen besetzt.

  • Planstellen sind unternehmensspezifisch.
  • Mehrere Planstellen basieren auf der gleichen Stelle.
  • In der Regel entspricht jede Planstelle einem Mitarbeiter. Eine Planstelle kann jedoch auch von mehr als einem Mitarbeiter besetzt sein.

Planstellen

Bildbeschreibung "Planstellen": Der Planstelle Abteilungsleiter sind Planstelle Einkaufsleiter, Planstelle Vertriebsleiter und Planstelle Personalleiter untergeordnet.

Objekttyp: Kostenstellen:

Kostenstellen können Organisationseinheiten und Positionen zugeordnet werden. Die Beziehung zwischen Organisationseinheiten und Kostenstellen wird entlang der Hierarchie der Organisationsstruktur vererbt.

Objekttyp: Aufgaben:

Aufgaben dienen der Stellen- und Planstellen-Beschreibung.

Objekttyp: Aufgaben

Bildbeschreibung "Objekttyp Aufgaben": Stelle Abteilungsleiter leitet die Abteilung und koordiniert Meetings. Planstelle Verkaufsleiter legt Verkaufsquoten fest. Planstelle Fertigungsleiter pflegt Fertigungsschichtpläne.

Objekttyp: Personen:

Personen sind Objekte, die bestimmte Planstellen innerhalb der Organisationsstruktur innehaben. Zusätzliche Informationen werden in der Personaladministration gepflegt.

Objektmerkmale:

Nachdem eine Struktur aus Objekten und Beziehungen zwischen diesen Objekten angelegt wurde, können den Objekten weitere Merkmale zuordnet werden.

Beispiel Objekttyp Planstelle: Vakanz, Gehaltsvorstellung, Arbeitszeit

Personaleinsatzplanung

Aufgabe:

Optimale Verteilung der Personalressourcen des Unternehmens

Kriterien:

  • Personalauswahl (z.B. Qualifikation)
  • Anzahl Mitarbeiter
  • Einsatzort
  • Einsatzzeit

Störgrößen:

  • erwartete Unterbesetzung (Urlaub, Aus- und Weiterbildung)
  • unerwartete Unterbesetzungen (Krankheit, familiäre Umstände)

Qualifikationen/Anforderungen:

Anforderungen = Liste von Kenntnissen, Fähigkeiten und Erfahrungen, die benötigt werden, um für eine Stelle, Planstelle, Aufgabe oder einen Arbeitsplatz geeignet zu sein.

Qualifikationen = Liste von Kenntnissen, Fähigkeiten und Erfahrungen, die ein Mitarbeiter besitzt, um für eine Stelle, Planstelle, Aufgabe oder einen Arbeitsplatz geeignet zu sein.

Personalwirtschaft

klassisch:

  • große Menge von Routine- und Verwaltungsaufgaben in der Personalabteilung
  • wichtige Mitarbeiter in der Personalabteilung sind mit der Datenerfassung beschäftigt
  • alle Geschäftsprozessewerden in Papierform oder informell abgewickelt
    => die selben Daten sind in unterschiedlichen Versionen vorhanden
  • Service-Leistungen im Personalbereich sind bürokratisch

Employee Self Service:

  • Mitarbeiter pflegen ihre Daten selbst
  • Mitarbeiter sind für einen Teil ihrer Personaldaten selbst verantwortlich
  • Auf bestimmte Informationen können alle Mitarbeiter zugreifen
    • individuelle Informationen (Abrechnung, Zeitwirtschaft, Reisespesen, Qualifikationen)
    • "öffentliche" Informationen (Weiterbildungsverzeichnisse und -kalender, interne Stellenausschreibungen)