IT-Systemkaufmann/-frau: Betriebswirtschaftslehre (1. Lehrjahr)

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DF / HHO / CM, Kurs vom 01.11.1999 - 31.08.2000

Betriebswirtschaftslehre (Teil 1): Planung der Leistungserstellung (Planung des Fertigungsprogrammes, Produktfeld und Planungszeitraum, Umfang des Fertigungsprogrammes, Programmbreite, Programmtiefe, Baukastenprinzip, Entscheidung über die Fertigungsanlage, Diversifikation, Bestimmung des optimalen Fertigungsprogrammes, Fertigungsplanung, Ziele und Hilfsmittel der Fertigungssteuerung, Aufgaben der Fertigungssteuerung, Durchlaufterminierung, Fertigungskontrolle, Controlling, Grundlagen der Qualitätskontrolle, Qualitätssicherung, Der Prüfungsort), Organisation der Leistungserstellung (Neue Techniken in der Leistungserstellung, Just In Time-System, Kanban-System, Das Warenwirtschaftssystem, Arbeitsbewertung und Entgeltdifferenzierung, Lohnformen), Rechtliche Rahmenbedingungen einer Unternehmung (Übertragung von Vollmachten, Das Zustandekommen von Rechtsgeschäften, Der Erfüllungsort (EO), Besitz und Eigentum, Gründung einer Unternehmung, Der Kaufmann nach HGB, Die Firma), Der Zahlungsverkehr beim Ein- und Verkauf (Zahlungsarten, Barzahlung, Buchgeld, Die halbbare Zahlung, Die bargeldlose Zahlung), Lagerhaltung (Das Lager und seine Aufgaben, Anforderungen an ein Lager, Der optimale Lagerbestand, Bestandskontrolle im Lager, Lagerkennziffern), Beschaffungsmarketing (Aufgaben der Güterbeschaffung, Informationsquellen für die Beschaffung, Wareneinkauf und Wareneingang, Rechtliche Grundlagen der Beschaffung, Die Anfrage, Das Angebot, Bindungsfristen, Bestellung und Bestellungsannahme, Der Kaufvertrag).

  1. Planung der Leistungserstellung
  2. Organisation der Leistungserstellung
  3. Rechtliche Rahmenbedingungen einer Unternehmung
  4. Der Zahlungsverkehr beim Ein- und Verkauf
  5. Lagerhaltung
  6. Beschaffungsmarketing

Betriebswirtschaft befasst sich mit betrieblichen Zusammenhängen und seinem Umfeld und erfordert drei Kompetenzen:

Fachliche Kompetenz

  • Grundlegende Beherrschung der deutschen Sprache
  • Beherrschung einfacher Rechentechnik
  • Grundlegende naturwissenschaftliche Kenntnisse
  • Grundlegende wirtschaftliche Kenntnisse
  • Grundkenntnisse in Englisch

Persönliche Kompetenz

  • Zuverlässigkeit
  • Lern- und Leistungsbereitschaft
  • Belastbarkeit, Durchhaltevermögen
  • Sorgfalt, Gewissenhaftigkeit
  • Konzentrationsfähigkeit
  • Fähigkeit zur Kritik und Selbstkritik
  • Flexibilität

Soziale Kompetenz

  • Kooperationsbereitschaft
  • Teamfähigkeit
  • Höflichkeit und Freundlichkeit
  • Toleranz
  • Konfliktbewältigungsfähigkeit

Planung der Leistungserstellung

Planung des Fertigungsprogrammes

welche Produkte, in welcher Menge, in welcher Zeit

Das Fertigungsprogramm wird aus dem Absatzprogramm abgeleitet. Dabei müssen die Beschaffungs- und Produktionsmöglichkeiten berücksichtigt werden.

Produktfeld und Planungszeitraum

Marktbeobachtung + Marktanalyse (Fragen, die man sich vor Gründung einer Unternehmung stellen muss)

  • Branche
  • Absatzchancen
  • Kosten, Standort, Finanzierungsmöglichkeiten
  • Innovationsanforderungen (an Forschung und Entwicklung)

Produktfeld:

Tätigkeitsbereich einer Unternehmung (z.B. Maschinenbau, Feinmechanik, Optik, EDV, Elektronik)

Planungszeitraum:

zeitlicher Rahmen kann festgelegt werden

  1. Langfristiges Fertigungsprogramm
    Festlegung des Produktionsfeldes (über Jahrzehnte)
    Große Kapazitätsveränderungen (Anlagenbeschaffung)
  2. Mittelfristiges Fertigungsprogramm
    Festlegung des Programmes nach Art und Menge (für mehrere Jahre)
  3. Kurzfristiges Fertigungsprogramm
    Festlegung des Programmes nach Art und Menge (bis zu einem Jahr)
    Ablaufplanung (reibungsloser Ablauf)

Umfang des Fertigungsprogrammes

  1. Absatzleistungen (Außenaufträge)
    • Fertigungerzeugnisse und Ersatzteile
    • Auftragsleistungen (Auftragsfertigungen)
      • Auftragsbestand
      • Ausschreibung (Submission)
    • Vorratsleistungen (marktorientiert)
      • Beitrag zum Gesamtgewinn
  2. innerbetriebliche Leistungen (Innenaufträge)
    • aktivierbare (Anlagenauftrag)
    • nicht aktivierbare (Verbrauchsauftrag)

Fertigungsprogramm (in der Praxis meist gemischt) = Auftragsleistungen (kundenspezifisch) + Vorratsleistungen (standardisierte) + innerbetriebliche Leistungen (eigene)

Programmbreite

Viele oder wenige Produktarten in vielen oder wenigen Ausführungen (Form, Farbe, Qualitäten).

Im Folgenden sollen einmal die Vor- und Nachteile eines breiten Produktionsprogrammes aufgezeigt werden:

Vorteile:

  • Risikostreuung
  • bessere Absatzchance (Einkaufsbequemlichkeit für den Kunden)
  • Möglichkeiten der Mischkalkulation (unterschiedliche Verkaufszuschläge)
  • Möglichkeiten der Verwertung von Abfällen (Kuppelproduktion)

Nachteile:

  • erhöhte Kosten (Umrüstung)
  • schwer überschaubare Betriebsstruktur
  • schwierige Werbung und Forschung
  • Zersplitterung der Kräfte im Einkaufs- und Absatzbereich (Multimarktkonzept)
  • verhindert Spezialisierungsmöglichkeiten

Programmtiefe

  1. tiefes Produktionsprogramm:
    mehrere Fertigungsstufen von der Rohstoffgewinnung bis zur Herstellung des Fertigungserzeugnisses
  2. weniger tiefes Produktionsprogramm:
    Montagebetrieb (fertige Teile werden bezogen und weiterverarbeitet)

Die Absatz- und die Fertigungsplanung verfolgen entgegengesetzte Interessen:

Während die Absatzplanung ein möglichst breites Produktionsprogramm (Variantenvielfalt) wünscht, welches die Absatzchancen verbessert, bevorzugt hingegen die Fertigungsplanung ein enges Produktionsprogramm, um die Fertigungsanlagen möglichst hoch auszulasten.

Baukastenprinzip

Zur Lösung dieses Konfliktes gibt es einen Beitrag, der vor allem in der Automobilindustrie sowie im Bereich des Maschinenbaus genutzt wird: Das Baukastenprinzip.

  • größere Typenvielfalt (mehrere Varianten einer Baureihe)
  • Vereinheitlichung der inneren Typenbestandteile des Produktes

Entscheidung über die Fertigungsanlage

Mengenmäßige Anpassung der Produktion an den Absatz.

  • konstante Absatzmenge
    Idealfall, nur Kapazitätsanpassung an Absatz, Sicherungsbestand für Produktionsausfälle anlegen
  • Synchronisierung oder Gleichlauf
    Fertigungsmenge passt sich den Saisonschwankungen des Absatzes an,
    aber: Kosten für überschüssige Kapazitäten (Folge: hohe Fertigungskosten)
  • Emanzipation oder Gleichstellung
    Fertigungsmenge wird auf mittleres Niveau festgelegt (Folge: hohe Lagerkosten)

Optimale Zwischenlösung bei Entscheidung über die Produktionsmenge:

Minimumsumme = durchschnittliche Lagerkosten + Kosten der Betriebsbereitschaft (fixe Kosten)

  • Eskalation oder Stufenprinzip
    Fertigungsmenge passt sich stufenweise den Saisonschwankungen des Absatzes an
  • Ergänzungsprogramm oder Diversifikation
    Ausgleich von saisonalen Absatzschwankungen durch Aufnahme zusätzlicher Erzeugnisse (Ausgleichsprodukt)
  • Aufnahme neuer Produkte in das Fertigungsprogramm (Marktorientierung)

Diversifikation

Einbeziehen anderer Produktfelder in das Produktionsprogramm (bei konjunkturabhängiger Branche).

Formen der Diversifikation:

  1. Horizontale Diversifikation:
    Das Fertigungsprogramm wird durch Produkte erweitert, die mit diesem in einem sachlichen Zusammenhang stehen.
    (z.B. gleiche Zielgruppe, gleiches Material, gleiches Vertriebssystem)
  2. Vertikale Diversifikation:
    Aufnehmen vor- oder nachgelagerter Leistungen einer Produktions- oder Vertriebsstufe
  3. Laterale (zeitliche) Diversifikation:
    neue Produkte außerhalb des bisherigen Tätigkeisfeldes

Ziele:

  • Umsatzerweiterung
  • Saisonschwankungsausgleich
  • Auslastungsverbesserung der Produktionsanlagen
  • Rentabilitätserhöhung

Bestimmung des optimalen Fertigungsprogrammes

Gewinnerwartungen, Betriebskapazität, finanzielle, beschaffungs- und absatzwirtschaftliche Bedingungen beeinflussen die Ermittlung dieses Fertigungsprogrammes.

  • optimale Produktionsentscheidung
    Variable Kosten sollen voll, fixe Kosten teils oder ganz abgedeckt werden (Deckungsbeitrag).
  • Gewinnmaximales Fertigungsprogramm ohne Kapazitätsbeschränkungen
    Ermittlung des Fertigungsprogrammes nach absoluten Deckungsbeiträgen
    Rangfolge der Erzeugnisse
  • Gewinnmaximales Fertigungsprogramm mit Kapazitätsbeschränkungen
    Ermittlung des Fertigungsprogrammes nach relativen Deckungsbeiträgen
    Rangfolge der Erzeugnisse

Fertigungsplanung

Bereitstellungsplanung:

  1. Arbeitskräfte:
    • Arbeitsverrichtungspläne (Anforderungen der Arbeitsplätze, Arbeitskräftebedarf)
    • Weiterbildung und Ausbildung (Veränderte Anforderungen der Arbeitsplätze)
  2. Betriebsmittel:
    • Minimierung der Kosten (Kosten-, Spezialisierungs-, Ausnutzungsdegression)
    • Substitution von Arbeit und Betriebsmittel (Automatisierung)
  3. Werkstoffe:
    • Sicherung des stetigen Zuflusses der Werkstoffe in die Fertigung
    • Ausreichende Lagerkapazität
    • Vermeidung von Überplanbeständen (hohe Bestände, hohe Lagerkosten)
    • Einhaltung von Umweltschutzauflagen

Planung des Fertigungverfahrens:

Organisationstypen: Werkstatt-, Gruppen-, Fließ- und Vollautomatische Fertigung

Fertigungstypen:

  1. Einzel- und Serienfertigung
  2. Einzel-, Serien- und Sortenfertigung
  3. Großserien-, Sorten- und Massenfertigung

Planung der optimalen Losgröße:

Die Auflagekosten unterteilen sich in auflagefixe (Rüst- oder Sortenwechselkosten) und auflagevariable Kosten (Lager- und Zinskosten).

Bestimmungsfaktoren der Losgröße:

  • Lagerkosten steigen mit wachsender Losgröße
  • Rüstkosten fallen mit wachsender Größe
  • Minimierung der Gesamtkosten

Ziele und Hilfsmittel der Fertigungssteuerung

Kostenminimierung:

  • Minimale Durchlaufzeiten (schneller Kapitalumschlag)
  • Termintreue (Einhaltung der Termine gegenüber den Kunden)
  • Optimale Bestände (Lager- und Werkstoffbestand)
  • Wirtschaftliche Nutzung der Kapazität (gleichmäßige Kapazitätsauslastung, kostenoptimale Fertigung, hohe Kapazitätsausnutzung)

Umfang der Fertigungsplanung:

Fertigung sowie vor- und nachgelagerte Bereiche:

  • Konstruktion (Zeichnungen)
  • Materialwirtschaft (Verklammerung mit der Produktion)
  • Versand (Einhaltung der Termine)
  • Außenmontage (Planung, Veranlassung und Lenkung)

Stücklisten:

Baugruppen und Einzelteile:

  • Grundformen (Baukasten-, Struktur-, Mengenstückliste)
  • Sonderformen (Fertigungs-, Montage-, Variantenstückliste)

Aufgaben der Fertigungssteuerung

Auftragsbearbeitung:

  1. Auftragsarten:
    • Kundenauftrag (ursprünglicher)
    • Innerbetrieblicher Auftrag (vom ursprünglichen Auftrag abgeleitet)
  2. Auftragsbedarfsrechnung:
    • Genaue Rechnung (Stücklistenauflösung)
    • Geschätzte Rechnung (Schluss von Vergangenheit auf die Zukunft)
  3. Auftragsverwaltung:
    • Datenspeicherung
    • Fortschreibung der Auftragsfortschritte
    • Auskunftsbereitschaft über den Fertigungsstand
    • Verfügbarkeit der Daten

Durchlaufterminierung

  1. Balkendiagrammtechnik:
    • Einfache Terminplanung
    • Frühester Start (vom Start zum Endtermin)
    • Spätester Start (vom Ablieferungstermin zum Starttermin)
  2. Netzplantechnik:
    • Vernetzte Terminplanung
    • Kritischer Weg (längster Weg)
    • Pufferzeiten (Gesamt-, Freier Puffer)

Störungsarten:

  1. Arbeitsbedingte Störungen:
    • Arbeitsunfälle
    • Erkrankungen
    • Streiks
    • Aussperrungen
    • Arbeitsfehler
  2. Anlagebedingte Störungen:
    • Maschinenausfälle
    • Mangel an Maschinen
    • Ausschuss und Nachbarkeit
  3. Materialbedingte Störungen:
    • Materialfehler
    • Falsche Qualität
    • Mengendifferenzen
    • Verwechslungen
  4. Dispositionsbedingte Störungen:
    • Planungsfehler
    • Fehlende Unterlagen
    • Mangelhafte Rückmeldung

Fertigungskontrolle

Zusammenhang zwischen Planung, Verwirklichung und Kontrolle:

  1. Planung
    • Programmplanung
    • Vollzugsplanung
  2. Realisation
    • Verwirklichung der Planung
    • Fertigungssteuerung
  3. Kontrolle
    • Vergleich: Abweichungen von der Norm (Maßstäbe)

Anmerkungen:

  • B gibt Rückinfo an A
  • C gibt Rückinfo an A und an B

Controlling

  1. Controllingziele:
    • Kontrolle und Koordinierung (alle Unternehmensbereiche)
    • Informationsbeschaffung
    • Anpassungsfähigkeit an veränderten Daten sichern
  2. Controllingsystem:
    • Controllingorganisation (Lösung der Controllingaufgaben)
    • Controllinginstrumente (Modelle, Methoden, technische Hilfsmittel)

Grundlagen der Qualitätskontrolle

  1. Qualitätsarten
    • Entwurfsqualität (Ausführungsqualität, Erzeugnisgestaltung)
    • Planungsqualität
    • Fertigungsqualität
  2. Qualitätseigenschaften
    • Bestimmen der Brauchbarkeit von Produkten
    • Maßstab: einzelne Werte oder Mittelwerte
  3. Qualitätskosten
    • Fehlerverhütungskosten
    • Prüfkosten
    • Fehlerkosten (Nacharbeit)

Qualitätssicherung

  • Zwischen- und Endkontrolle
  • Voll- und Stichprobenkontrolle
  • Manuelle und automatische Kontrolle
  • Kontrolle am Arbeitsplatz und in der Prüfstelle
  • Eigen- und Fremdkontrolle

Fehleranalyse:

  • Feststellung der Fehlerursachen
  • Wie, wie oft und wann ist der Fehler aufgetreten?

Fehlerbehebung:

  • Änderung der Fertigungsart
  • Unterweisung der Mitarbeiter
  • Korrektur der Maschineneinstellung

Der Prüfungsort

Gegenüberstellung der Vorteile einer Prüfung am Arbeitsplatz bzw. in der Prüfstelle:

Arbeitsplatz:

  • Einsparung von Transportkosten
  • Verringerung der Durchlaufzeit
  • Verminderung der Ausschussquote
    (Fehler und Ursachen werden in der Fertigung sofort erkannt.)
  • Ständige Verbesserung

Prüfstelle:

  • Prüfmittel und -unterlagen liegen unmittelbar vor
  • Besondere Prüfmittel können nur an bestimmten Orten eingesetzt werden
  • Mitarbeiter haben einen festen Arbeitsplatz

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Organisation der Leistungserstellung

Neue Techniken in der Leistungserstellung

EDV-Programmierung

  • Steuerungsdaten auf Lochstreifen
  • Steuerungsdaten direkt vom angeschlossenen Rechner

Rechnerintegrierte Produktion CIM / Rechnergestützte EDV-Systeme

  • CAD - Konstruktion
  • CAM - Produktion
  • CAP - Planung
  • CAQ - Qualitätssicherung
  • CAA - Verwaltung
  • CAE - Ingenieuraufgaben

Just In Time-System

Anlieferung gerade zur rechten Zeit.

große Vorräte:

  • Kostenbelastung für das Produkt
  • Bindung von Kapital
  • Verlust an Flexibilität
  • Hohe Abschreibungen

Verringerung der Vorräte:

  • Überprüfung des Leistungsprogrammes
  • Aufträge genau definieren
  • Materialabruf beschleunigen
  • Enge Bindung der Zulieferer

Kanban-System

Kanban = japanisch für just in time.

Vorteile des Kanban-Systems gegenüber dem früheren Schichtensystem:

Lagerbereich:

  • Niedrigere Lagerbestände
  • Weniger gebundenes Kapital
  • Zusätzliche Puffer sind gegenzurechnen
  • Weniger Investitionen im Lager
  • Niedrigere Lagerkosten

Fertigungsbereich:

  • Niedrigere Fertigungsbestände
  • Kürzere Durchlaufzeiten
  • Flexibler bei Auftragsschwankungen
  • Geringerer Steuerungsaufwand durch Selbststeuerung in den Vorstufen
  • Weniger Rüstkosten

Absatz + Beschaffungsbereich:

  • Verbesserung der Lieferbereitschaft (durch Selbststeuerung in den Vorstufen)
  • Feste Lieferzeiten der Zulieferer
  • Enge Kooperation mit den Zulieferern

Das Warenwirtschaftssystem

Zweck des Warenwirtschaftssystems:

  1. Wareneinkauf:
    • Preis-Leistungsverhältnis, günstig
    • Qualität, Aufmachung
    • Schnelle und zuverlässige Lieferung
  2. Warenverkauf:
    • Gute Preise
    • Kundenzufriedenheit
    • Service
  3. Warenbestand:
    • Optimale Bestände
    • Bestandspflege

EDV-Einsatz im Warenwirtschaftssystem:

  • Datenerfassung
  • Datenaufbereitung
  • Datenauswertung

Identifizierung und Erfassung der Daten:

  • EAN-Code
  • maschinenlesbare Schrift (OCR-Schrift)
  • maschinen- und menschlich lesbare Schrift

Geschlossenes Warenwirtschaftssystem:

Datenfluss zwischen Warenbestellung, Wareneingang und Warenausgang als Kreislauf.

  • Warenbestellung (Bedarfsermittlung, Bestellvorschlag, Auftragsrückstand)
  • Wareneingang (Warenlagerung, Warenauszeichnung, Warenprüfung)
  • Warenausgang (Verkaufsdatenerfassung, Bedarfsfortschreibung, Inventur)

Arbeitsbewertung und Entgeltdifferenzierung

Anforderungen an einen Arbeitsplatz:

  1. Arbeitsplatzbeschreibung
    • Arbeitsaufgabe
    • Betriebsmittel, Werkstoffe
    • gefordertes Arbeitsergebnis
    • Umgebungseinflüsse
    • Arbeitsablauf
  2. Bewertung der Anforderungen
    • Können
    • Verantwortung
    • Belastung
    • Umgebungseinflüsse

Lohnformen

Methoden der Leistungserfassung:

Leistungskennzahlen: Soll-Ist-Vergleich (Mengen-, Zeitvergleich)

Zeitlohn:

Beim Zeitlohn richtet sich der Bruttoverdienst nach der Dauer der Arbeitszeit und der Höhe des Lohnsatzes je Zeiteinheit (z.B. Stundenlohn).

Geleistete Zeiteinheiten (Stunde, Woche, Monat) × Lohnsatz je Zeiteinheit
= Bruttoverdienst pro Zeiteinheit, z.B. Wochenlohn, Monatsgehalt

Unterarten:

  • Ohne Leistungsbewertung (Reiner Zeitlohn, Normalleistung)
  • Mit Leistungsbewertung (Leistungszulage in Höhe des Leistungswertes)

Akkordlohn:

Beim Akkordlohn werden die Arbeitnehmer nach ihrer mengenmäßigen Arbeitsleistung entlohnt. Stückgeld- und Stückzeitakkord führen zum gleichen Ergebnis.

Lohnsatz je Stück (Normalleistung) × Stückzahl (Istleistung) = Bruttoverdienst

Unterarten:

  • Geldakkord (Lohnsatz in € je Stück)
  • Vorgabezeit je Stück × Minutenfaktor = Lohnsatz

Grundlohn:

Grundlohn (Normalleistung; nicht unter Tariflohn) + Prämien (für Mehrleistungen) = Bruttoverdienst

Unterarten:

  • Mengenprämie (z.B. größere Stückzahl)
  • Güterprämie (z.B. geringer Ausschuss)
  • Ersparnisprämie (z.B. weniger Abfall)

Lohnzahlung und Lohngerechtigkeit:

Arten des Sozialaufwands:

  1. freiwillig (betriebseigen):
    • Erholung und Urlaub, z.B. werkseigene Erholungsheime,Sportplätze
    • Wirtschaftliche Sicherung, z.B. Vermögensbildung, zusätzliche Unfallversicherung
    • Belegschaftseinrichtungen, z.B. Werkswohnungen, Büchereien, Bäder
    • Sonstiges, z.B. Grafikationen, Fahrtkostenzuschüsse, Lehrgänge
  2. gesetzlich, tariflich, vertraglich:
    • Arbeitgeberbeiträge zur Sozialversicherung, zur Berufsgenossenschaft und zur Vermögensbildung
    • Tarifurlaub, Zahlung von Arbeitsausfällen, z.B. bei Krankheit
    • Arbeits- und Gesundheitsschutz, z.B. Unfallverhütung, Frauen- und Mutterschutz
    • Sonstiges, z.B. Belegschaftsversammlungen, Betriebsrat, Rückstellungen für Pensionskassen

Bruttolohn
+ vermögenswirksame Leistungen oder sonstige Leistungen
= steuer- und sozialversicherungspflichtiger Bruttolohn
− Lohnsteuer
− Kirchensteuer (9 % der Lohnsteuer)
− Soli (5,5 % der Lohnsteuer)
= Zwischensumme
− Rentenversicherung (19,3 % vom Bruttolohn, geteilt auf Arbeitgeber-, Arbeitnehmer)
− Krankenversicherung (12 bis 15 % vom Bruttolohn, geteilt auf Arbeitgeber-, Arbeitnehmer)
− Arbeitslosenversicherung (6,5 % vom Bruttolohn, geteilt auf Arbeitgeber-, Arbeitnehmer)
− Pflegeversicherung (1,7 % vom Bruttolohn, geteilt auf Arbeitgeber-, Arbeitnehmer)
= Nettolohn
− vermögenswirksame Leistungen
+ Zuschüsse (Fahrtkostenerstattung usw.)
= Überweisungsbetrag

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Rechtliche Rahmenbedingungen einer Unternehmung

Die an dieser Stelle behandelten Themen findet ihr unter Wirtschafts- und Sozialkunde:

Übertragung von Vollmachten

Handlungsvollmacht

Umfang: ermächtigt zu Rechtsgeschäften, die der Betrieb eines Handelsgewerbes gewöhnlich mit sich bringt

Erteilung: schriftlich, mündlich, stillschweigend

Arten:

  • allgemeine Handlungsvollmacht (alle gewöhnlichen Geschäfte eines Betriebes)
  • Artvollmacht (eine bestimmte Art von Rechtsgeschäften)
  • Einzelvollmacht (Ausführung einzelner Rechtsgeschäfte)

Unterschrift: in Vertretung (i.V.), im Auftrag (i.A.)

Prokura

Umfang: ermächtigt zu allen Rechtsgeschäften die der Betrieb irgendeines Handelsgewerbes mit sich bringt

Erteilung: ausdrücklich schriftlich oder mündlich, Eintragung in das Handelsregister

Arten:

  • Einzelprokura (der Prokurist ist allein vertretungsbefugt)
  • Gesamtprokura (mehrere Prokuristen können nur gemeinsam handeln)
  • Filialprokura (Vertretung für eine Filiale)

Unterschrift: per prokura (ppa.)

Das Zustandekommen von Rechtsgeschäften

Das Verpflichtungsgeschäft

Mit einem Kaufvertrag erfolgt durch Antrag und Annahme ein Verpflichtungsgeschäft.

Mit der Verpflichtung der beiden Vertragspartner, den Vertrag zu erfüllen, entsteht das Erfüllungsgeschäft.

Leistung des Verkäufers:

  • die Ware zur rechten Zeit, am richtigen Ort, in der richtigen Art und weise liefern und übereignen
  • den Kaufpreis annehmen

Leistung des Käufers:

  • die ordnungsgemäß gelieferte Ware annehmen und prüfen
  • den Kaufpreis vereinbarungsgemäß bezahlen

Der Erfüllungsort (EO)

= Ort, an dem der Schuldner seine Leistungen zu erbringen hat (Leistungsort).
= Ort, an dem die Gefahr des zufälligen Untergangs und der zufälligen Verschlechterung der Ware auf den Vertragspartner übergeht (Ort des Gefahrenübergangs).
= Ort, an dem bei Streitigkeiten aus dem Kaufvertrag die Klage eingereicht wird (Klageort).

Vertraglicher Erfüllungsort:

  • EO-Vereinbarung zugunsten vom Käufer: "EO und Gerichtsstand für beide Teile ist der Wohn- oder Geschäftssitz des Käufers."
  • EO-Vereinbarung zugunsten vom Verkäufer: "EO und Gerichtsstand für beide Teile ist der Wohn- oder Geschäftssitz des Verkäufers."
EO-Vereinbarungen können ausdrücklich oder stillschweigend getroffen werden. Der wirtschaftlich Stärkere wird versuchen seinen Wohn- oder Geschäftssitz dem Geschäftspartner als EO vorzuschreiben.

Natürlicher Erfüllungsort:

Er kommt dann in Betracht, wenn eine vertragliche Vereinbarung über den EO nicht getroffen wurde und wenn sich das aus den besonderen Umständen oder der Art des jeweiligen Kaufs ergibt.

Beispiel: Lieferung von Teer an eine bestimmte Straßenbaustelle.

Gesetzlicher Erfüllungsort:

Er kommt immer dann in Betracht, wenn weder ein vertraglicher noch ein natürlicher EO gegeben ist. Es ist immer der Wohn- oder Geschäftssitz des Schuldners. Bei Warenschulden ist es der Wohn- oder Geschäftssitz des Verkäufers, bei Geldschulden der Wohn- oder Geschäftssitz des Käufers.

Besitz und Eigentum

Besitzer ist, wer eine Sache augenblicklich hat (Besitz = tatsächliche Herrschaft).
Eigentümer ist der , dem eine Sache gehört (Eigentum = rechtliche Herrschaft).

Die Übertragung von Besitz und Eigentum geschieht nach vertraglicher Einigung wie folgt:

  1. bei beweglichen Sachen (Mobilien)
    • Übertragung von Eigentum durch Übergabe
    • Übertragung von Besitz durch Übergabe
  2. bei unbeweglichen Sachen (Immobilien, z.B. Gebäuden)
    • Übertragung von Eigentum durch Eintragung des Eigentümerwechsels in das Grundbuch
    • Übertragung von Besitz durch Überlassung

Gründung einer Unternehmung

Voraussetzungen und Pflichten:

  1. Persönliche Voraussetzungen:
    • Fachkenntnisse
    • Führungsqualitäten
    • Leistungsbereitschaft
    • Erfahrung
    • Motivation
    • Kreativität
    • Zuverlässigkeit
    • Durchhaltevermögen
  2. Anmeldepflichten:
    • Gewerbeamt
    • Finanzamt
    • Krankenkasse
    • Berufsgenossenschaft
    • IHK bzw. Handwerkskammer
    • eventuell Amtsgericht
      (Anmeldung zum Handelsregistereintrag)
  3. Sachliche Voraussetzungen:
    • Kapital
      (Finanzierung von Betriebsvermögen, erste Lohnzahlungen, erste Lieferungen)
    • günstiger Standort
    • Kundenkreis
    • Werbung
    • Personal
    • Lieferanten

Der Kaufmann nach HGB

Kaufmann ist, wer
  • ein Handelsgewerbe betreibt (§ 1 HGB) und / oder
  • im Handelsregister eingetragen ist.

Typische Merkmale eines Handelsgewerbes sind eine selbständig ausgeübte, auf Dauer angelegte, planmäßig betriebene, nach außen (= auf dem Markt) in Erscheinung tretende, legale (d.h. nicht gesetzeswidrige und nicht sittenwidrige) Tätigkeit, in der Absicht, Gewinn zu erzielen.

Gelegentliche Erwerbsgeschäfte oder Veräußerungen begründen handelsrechtlich kein Handelsgewerbe.

Nicht als Gewerbe gilt die Tätigkeit
  • der Land- und Forstwirte, die aber den Kaufmannsstatus wählen können (§ 3 HGB)
  • der freien Berufe (Steuerberater, Rechtsanwälte, Notare, Ärzte).

Kapitalgesellschaften (GmbH, AG):

  • §§ 7, 11 GmbHG und § 36 AG
  • Formkaufleute (Kaufleute kraft Rechtsform)
  • Eintrag Handelsregister (konstitutiv)
  • Kaufmann nach HGB

Gewerbetreibende (außer Kapitalgesellschaft):

§ 1 HGB

  1. mit kaufmännischer Organisation
    • Eintrag Handelsregister (deklaratorisch)
    • Kaufmann nach HGB
  2. ohne kaufmännische Organisation
    • Kannkaufleute (Eintragungswahlrecht)
    • Eintrag Handelsregister (konstitutiv)
    • Kaufmann nach HGB

Land- und Forstwirte:

  • § 3 HGB
  • Kannkaufleute (Eintragungswahlrecht)
  • kein Handelsregister-Eintrag
  • Nicht-Kaufmann (Kleingewerbetreibender)

Handelsregister:

Das Handelsregister ist das beim Amtsgericht geführte amtliche Verzeichnis der Kaufleute eines Amtsgerichtsbezirkes (§§ 8 ff. HGB).

Die Firma

Die Firma eines Vollkaufmannes ist der Name, unter dem er ein Handelsgewerbe betreibt und die Unterschrift abgibt. Sie besteht aus Firmenkern und gegebenenfalls Firmenzusatz.

Beispiel: xyz (= Firmenkern) GmbH (= Firmenzusatz)

Arten von Firmen:

  1. Personenfirma: besteht aus einem oder mehreren Namen und ggf. dem Vornamen
  2. Sachfirma: ist aus dem Gegenstand des Unternehmens abgeleitet
  3. Gemischte Firma: besteht aus Personenname und dem Gegenstand des Unternehmens
  4. Phantasiefirma: besteht aus einer Abkürzung oder einem Phantasienamen

Firmengrundsätze:

  • Wahrheit (bei Gründung müssen Personenname und bürgerlicher Name übereinstimmen
  • Klarheit (keine Täuschung über Art und Umfang des Geschäftes)
  • Ausschließlichkeit (Schutz der Firma bei Handelsregistereintragungen)
  • Beständigkeit (Beibehaltung der Firma bei Inhaberwechsel)
  • Öffentlichkeit (Eintragung der Firma in das Handelsregister)

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Der Zahlungsverkehr beim Ein- und Verkauf

Zahlungsarten

Verkäufer (Gläubiger) - Käufer (Schuldner)

  1. Barzahlung (Banknoten, Münzen)
  2. Warengeld (z.B. Muscheln, Salz)
  3. Buch- oder Giralgeld (Sichtguthaben von privaten Haushalten und Unternehmen bei Kreditinstituten; durch Umbuchung von Konto zu Konto wird gezahlt.)

Eigenschaften des Geldes:

  • wertbeständig
  • teilbar
  • leicht transportierbar
  • allgemein anerkannt
  • gut aufzubewahren (haltbar)
  • knapp und begehrt
  • staatlich geschützt

Aufgaben des Geldes:

  • Tauschmittel
  • Wertmesser und Recheneinheit
  • gesetzliches Zahlungsmittel
  • Wertübertragungsmittel
  • Wertaufbewahrungsmittel

Barzahlung

Bei der Barzahlung verwenden weder der Schuldner noch der Gläubiger ein Konto, statt dessen tauschen sie Bargeld aus.

Eine Möglichkeit der Barzahlung ist der "Wertbrief". Hier befördet die Post AG in einem verschlossenen Umschlag Bargeld (gegen Gebühr) bis zu einem bestimmten Betrag und haftet dabei für eventuelle Verluste.

Vorteile für den Empfänger (Gläubiger):

  • sofort Geld
  • keine Mahnungen
  • keine ungedeckten Schecks

Nachteile für den Zahler (Schuldner):

  1. Kosten
    • Fahrtkosten
    Folge: teuer
  2. Risiken
    • Geld verlieren
    • verzählen
    • Diebstahl
    Folge: unsicher
  3. Zeit
    • vorzählen
    • nachzählen
    • große Wegstrecken
    Folge: zeitraubend und unbequem

Buchgeld

Von Haushalten und Unternehmen auf Konten als Sichteinlage gehalten.

Die halbbare Zahlung

Eine der beteiligten Parteien verwendet ein Konto (entweder Schuldner oder Gläubiger). Hier gibt es drei Möglichkeiten:

  1. Nachnahme: Zustellung eines Gutes beim Empfänger nur gegen Barzahlung und Gutschrift des Betrages auf das Konto des Absenders.
  2. Zahlschein: Einzahlung von Bargeld seitens des Schuldners, Gutschrift des Betrages auf dem Konto des Gläubigers.
  3. Barscheck: Auszahlung des Scheckbetrages, Belastung des Schuldner-Kontos.

Die bargeldlose Zahlung

Voraussetzung: sowohl Schuldner als auch Gläubiger haben ein Konto.

bei Bank-, Sparkassen- und Postüberweisungen. Umbuchung vom Konto des Schuldners auf das Konto des Gläubigers.

Sonderformen der Überweisung:

  • Sammelüberweisung (ein Formular für mehrere Überweisungen an verschiedene Gläubiger)
  • Eilüberweisung (Überweisungsvorgang erfolgt telefonisch oder per Fax)
  • Dauerauftrag (Überweisung regelmäßig und in gleicher Höhe anfallender Zahlungen; Bsp.: Mietrechnungen, fixe Kosten)
  • Lastschriftverfahren (Telefonrechnungen, variable Kosten)
  • Verrechnungsscheck (Gutschrift des Scheckbetrages auf dem Konto des Gläubigers)

Vorteile für den Karteninhaber:

  • zinsfreier Kredit bis zum Fälligkeitsdatum der Monatsrechnung
  • übersichtliche Abrechnung (exakte und detaillierte Aufstellung aller Zahlungen mit Kreditkarte während eines Monats)
  • bequemes Zahlungsmittel (Zahlung mit Karte und Unterschrift)
  • sicheres Zahlungsmittel (anstelle größerer Geldmengen braucht man nur die Karte; geringes Verlustrisiko)

Nachteile für den Karteninhaber:

  • Jahresgebühr bei Kreditkarten, die von Kreditkartenorganisationen und Banken ausgegeben werden
  • Einkauf mit Kreditkarte nur bei Vertragsunternehmen
  • Gefahr, mehr einzukaufen, als wenn mit Scheck oder Bargeld bezahlt würde
  • Offenlegen persönlicher Daten (Im Kreditinstitut werden u.a. Angaben über Familienstand, Monatseinkommen und Arbeitgeber verlangt.)

Vorteile für den Einzelhändler:

  • Steigerung des Umsatzes (Kreditkarten können zu Mehreinkäufen führen)
  • kein Kreditrisiko, wenn der Kunde mit Kreditkarte zahlt, die von einer Kreditkartenorganisation oder Bank herausgegeben wurde

Nachteile für den Einzelhändler:

  • höhere Kosten (Der Kreditkartenherausgeber behält von den Kreditkartenumsätzen eine Umsatzprovision ein)
  • Einkauf mit Kreditkarte nur bei Vertragsunternehmen
  • größerer Verwaltungsaufwand durch Abwicklungsformalitäten

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Lagerhaltung

Das Lager und seine Aufgaben

Lager = Ort, wo Ware auf Vorrat aufbewahrt wird.

  1. Verkaufslager (Ware wird in den Verkaufsräumen gelagert und dargeboten)
  2. Reservelager (Weiteres Lager, das der schnellen Auffüllung des Verkaufslagers dient)

Aufgaben:

  • Sicherung der Verkaufsbereitschaft (Das Lager gewährleistet eine optimale Belieferung der Verbraucher.)
  • Ausnutzung von Preisvorteilen (Das Lager ermöglicht günstige Einkäufe.)
  • Pflege, Behandlung und Veredlung (Im Lager wird die Ware verkaufsfertig.)

Anforderungen an ein Lager

  • Geräumigkeit
  • Übersichtlichkeit
  • artgemäße Lagerung
  • Schädlingsschutz
  • Verhinderung von Geschmacksverlust / Geschmacksübertragung
  • Schutz vor Feuchtigkeit / Wärme / Austrocknung / Kälte
  • sachgerechte Lagereinrichtungen (Transportmittel, Regale, Sicherheitsvorkehrungen)

Der optimale Lagerbestand

= Warenvorrat, bei dem die größte Wirtschaftlichkeit im Lager erreicht wird.

Vermeidet somit:

  • Nachteil eines zu hohen Lagerbestandes (Kapitalbindung, Lagerkosten)
  • Nachteil eines zu niedrigen Lagerbestandes (entgangener Gewinn, Kundenverlust)

Lagerkosten:

  1. Kosten für die Lagerbestände:
    • Zinsen für das in den Lagerbeständen gebundene Kapital
    • Prämien für die Versicherung der Warenvorräte
    • Wertminderung der Warenvorräte durch Diebstahl, Schwund, Veralten und Verderb
  2. Kosten für die Lagerausstattung:
    • Raumkosten
    • Instandhaltung, Strom, Heizung
    • Abschreibungen auf Gebäude und Einrichtungen
    • Verzinsung des Kapitals, das in Gebäude und Einrichtung investiert wurde
  3. Kosten für die Lagerverwaltung:
    • Löhne und Gehälter des Lagerpersonals
    • Büromaterial für die Lagerverwaltung

Bestandskontrolle im Lager

  1. Mindestbestand (Eiserne Reserve)
    Wird nur dann angetastet, wenn die Produktionsbereitschaft gesichert werden muss.
  2. Meldebestand
    Mindestbestand + Produktionsmenge bis zur nächsten Lieferung
    Poduktionsmenge = tägliche Produktion × Lieferzeit
  3. Höchstbestand
    Festlegung eines Höchstbestandes, der nicht überschritten werden sollte.

Lagerkennziffern

Durchschnittlicher Lagerbestand:

Durchschnittlicher Lagerbestand = (Jahresanfangsbestand + Jahresendbestand) ÷ 2 = (Jahresanfangsbestand + 12 Monatsbestände) ÷ 13

Umschlagshäufigkeit:

Umschlagshäufigkeit = Jahresabsatz ÷ Durchschnittlicher Lagerbestand

Durchschnittliche Lagerdauer:

Durchschnittliche Lagerdauer = 360 Tage ÷ Umschlagshäufigkeit

Lagerzinssatz:

Lagerzinssatz = Jahreszinssatz ÷ Umschlagshäufigkeit = (Jahreszinssatz × Durchschnittlicher Lagerbestand) ÷ 360

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Beschaffungsmarketing

Aufgaben der Güterbeschaffung

  • die richtige Qualität und Menge
  • zur richtigen Zeit
  • zu minimalen Kosten

Beschaffungsplanung:

Ausgangspunkt ist der Absatzplan.
Grundlage: Allgemeine Marktsituation (Absatzstatistik, Kurzfristige Erfolgsrechnung, Absatzverändernde Faktoren)

Beschaffungsobjekte (Arbeitskräfte, Betriebsmittel, Werkstoffe, Dienstleistung, Finanzmittel, Informationsmittel)

Bedarfsplanung:

Handel: Planung des Bedarfs an Waren für den Verkauf (Ständige Verkaufsbereitschaft, Warenverkauf darf die verfügbaren Warenmengen nicht übersteigen oder unterschreiten)

Industrie: Planung des Einsatzmaterials für die Produktion (Ständige Produktionsbereitschaft, Materialverbrauch darf die verfügbaren Materialmengen nicht übersteigen oder unterschreiten)

Ziel: Kostenoptimaler Verkauf bzw. Verbrauch.

Beschaffungsplan:

Grundlage: Absatzpläne (Ständige Verkaufs- bzw. Produktionsbereitschaft, geringe Lagerkosten, richtiger Bestellzeitpunkt, richtige Bestellmenge)

Beschaffungsentscheidungen:

  • Welche Lieferer? (abhängig von der Leistungsstärke)
    Beschaffungspreise, Qualität, Bedingungen, Traditionelle Beziehungen
  • Welcher Beschaffungsweg? (abhängig von Branche und Größe)
    direkt vom Hersteller, Spezialgroßhändler, Sortimentsgroßhändler
  • Welche Beschaffungsform?
    Einzelbeschaffung, Gemeinsame Beschaffung (Filialbetrieb, freiwillige Ketten, Einkaufsgenossenschaften, Einkaufsverbände)

Informationsquellen für die Beschaffung

Bezugsquellenkartei / -datei

  • Bezugsquellenverzeichnis (wer liefert was)
  • Anzeigen aus Zeitungen und Fachzeitschriften
  • Markt-, Börsen-, Vertreter- und Wirtschaftsberichte
  • Besuch von Messen und Ausstellungen
  • Mustersendungen, Kataloge, Prospekte

Wareneinkauf und Wareneingang

  • Lagerbereich (Führung der Lagerkartei):
    Bedarfsmeldung (Anfrage, Angebotsvergleich, Bestellung und Eintragung in die Bestellkartei)
  • Einkaufsbereich (Führung der Bezugsquellen- und Bestellkartei):
    Wareneingangsmeldung (Austragung aus der Bestellkartei, Prüfung der Rechnung und Auftrag zur Zahlung)
  • Buchhaltungsbereich (Führung der Finanzbuchhaltung):
    Buchung, Zahlung (des Waren- bzw. des Rechnungsbetrages)

Ablauf bei der Warenannahme:

  1. Wareneingang
  2. Äußere Prüfung der Warensendung
  3. Innere Prüfung der Warensendung
  4. Klärung von Differenzen
  5. Mängelvermerkung
  6. Annahme bestätigen

Abwicklung des Einkaufs:

  1. Vertragsabschluss:
    • Anfragen schreiben
    • Angebote prüfen
    • Bestellungen schreiben
  2. Wareneingang:
    • Prüfen der Ware
    • Annahme der Ware
    • Reklamationen
    • Preisauszeichnung
  3. Rechnungseingang:
    • Prüfen der Rechnung
    • Buchung auf Warenkonto
    • Rechnung bezahlen

Rechtliche Grundlagen der Beschaffung

Rechtsfähigkeit:

Träger von Rechten und Pflichten zu sein

Geschäftsfähigkeit:

Fähigkeit, sich durch Rechtsgeschäfte verpflichten zu können

Deliktsfähigkeit:

sich durch unerlaubte Handlungen verpflichten zu können

Die Anfrage

  1. allgemein gehalten
    Bitte um Muster, Katalog, Preisliste, Warenverzeichnis oder Vertreterbesuch
  2. bestimmt gehalten
    Artikel, Artikelnummer, Farbe, Güte und Beschaffenheit, Warenmenge, Preis, Zahlungsbedingungen, Lieferbedingungen, Lieferzeit
Die Anfrage ist rechtlich unverbindlich. Der Kunde muss die nachgefragte Ware nicht kaufen.
Die Anfrage ist an keine Form gebunden und kann somit mündlich, schriftlich, telefonisch oder per Fax erfolgen.

Das Angebot

Willenserklärung des Verkäufers an eine bestimmte Person oder Personengruppe, unter bestimmten Bedingungen einen Kaufvertrag abzuschließen.

Inhalte eines Angebotes und gesetzliche sowie vertragliche Regelungen
gesetzliche Regelungen vertragliche Regelungen
Art, Beschaffenheit und Güte der Ware mittlere Art und Güte
  • nach Augenschein
  • nach Probe
  • Güteklassen
  • Abbildungen und Beschreibungen
Menge
  • Bezeichnung:
    m, kg, Stück
  • Mindestbestellmenge
  • Höchstbestellmenge
Preisabzüge Rabatte
  • Mengen-
  • Wiederverkäufer-
  • Sonder-
  • Personal-
  • Natural-
    (Drauf- bzw. Dreingabe)
  • Bonus
Skonto

Kosten der Versandverpackung Kosten sind vom Käufer zu tragen.
  • netto einschließlich Verpackung
  • netto ausschließlich Verpackung
  • brutto einschließlich Verpackung (brutto für netto)
Versandkosten Versandkosten trägt der Käufer
  • ab Werk, ab Lager
  • ab hier, ab Bahnhof, hier, unfrei
  • frei dort, frei Bahnhof, dort, frachtfrei
  • frei Haus
Lieferzeit sofortige Lieferung
  • Lieferung innerhalb eines bestimmten Zeitraumes
  • Lieferung bis zu einem bestimmten Termin
  • Fixkauf
Zahlungsbedingungen
  • sofortige Zahlung
  • Kosten der Zahlung trägt der Käufer
  • Anzahlung
  • Vorauszahlung
  • "netto Kasse"
  • "gegen Nachnahme"
  • Zielkauf
  • Ratenkauf

Neben den vorgenannten Inhalten gehören noch Regelungen zum Erfüllungsort und zum Gerichtsstand in das Angebot.

Bindungsfristen

  • bei unbefristeten Angeboten (=gesetzlich)
    • mündliche und telefonische Angebote: solange das Gespräch dauert
    • Angebotsbriefe: ungefähr eine Woche
    • telegrafische Angebote: 24 Stunden
  • bei befristeten Angeboten (=vertraglich): bindend bis zum Ablauf der Frist
  • bei Angeboten mit Freizeichnungsklausel: ganz oder teilweise unverbindlich
Die Bindung an das Angebot erlischt bei
  • Ablehnung des Angebotes
  • verspäteter Bestellung
  • vom Angebot abweichender Bestellung
  • rechtzeitigem Widerruf des Angebotes

Bestellung und Bestellungsannahme

Willenserklärung des Käufers, eine bestimmte Ware zu den angebotenen Bedingungen zu kaufen.

  • Bestellung nach vorherigem Angebot (Angebot muss eingehalten werden, bei Abweichungen werden die Bindungsfristen aufgehoben)
  • Bestellung ohne vorheriges Angebot (Bestellungsannahme notwendig)
  • Bestellung ist an keine Form gebunden

Form:

  • schriftlich
  • fernschriftlich
  • mündlich
  • telefonisch

Inhalt:

Wiederholung möglichst aller Angaben des Angebotes, mindestens jedoch Warenart, Menge und Preis je Einheit

Rechtliche Wirkung:

  • Bestellung muss dem Empfänger zugegangen sein
  • Besteller ist an seine Besttung gebunden
  • Widerruf der Bestellung muss spätestens gleichzeitig mit der Bestellung eingehen

Der Kaufvertrag

Muss immer eine zweiseitige Willenserklärung sein.

Antrag durch Angebot des Lieferanten bzw. Bestellung des Kunden und Annahme durch Bestellung des Kunden bzw. Bestellungsannahme des Lieferanten.

Beide Seiten verpflichten sich zur Annahme eines Vertrages (Folge: Kaufvertrag).

Gegenüberstellung Kauf- und Werkvertrag
Kaufvertrag Werkvertrag
Parteien Verkäufer / Käufer Unternehmer / Besteller
Zweck Übertragung eines Gegenstandes Herbeiführung eines bestimmten Erfolges
Form formlos (aber: Sonderbestimmungen) formlos (Empfehlung: schriftlich)
Pflichten Verkäufer:
  • Übergabe und
  • Übereinigung des verkauften Gegenstandes
Käufer:
  • Abnahme und
  • Bezahlung des gekauften Gegenstandes
Unternehmer:
  • ordnungsgemäße Herstellung und
  • Übergabe des ordnungsgemäß hergestellten Werkes
Besteller:
  • Abnahme und
  • Bezahlung des ordnungsgemäß hergestellten Werkes

Weiterführende Verweise: