IT-Systemkaufmann/-frau: Software-Technik (3. Lehrjahr)

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PH / CM, Kurs vom 01.09.2001 - 25.01.2002

Software-Technik (Teil 3): Datenbanken und Datenbanksysteme (Einsatzbereiche in der Wirtschaftspraxis, Einsatzgebiete, Aufgaben, Datenbankprogramme, Datenbank, Vorteile von Datenbankprogrammen, Struktur eines Datenbanksystems, Anforderungen an ein Datenbanksystem, Datenbankmodelle, Hierarchisches Datenbankmodell, Netzwerkmodell, Objektorientiertes Modell, Relationale Datenbanken, Grundaussagen zum Relationalen Modell, Planung und Aufbau einer Datenbank: Entity Relationship Modell, Erstellung einer Datenbank mittels ER-Modell (Vorgehensweise), Grundsätze der Normalformlehre), Grundlagen der Wirtschaftsinformatik: Einführung in Microsoft Access (Einordnung / Hauptkomponenten, Tabellen, Abfragen, Formulare, Berichte, Makro), Projektorganisation -Projektdefinition (Was ist ein Projekt?, Projektauslösung, Vorstudie, Problemanalyse, Erhebungstechniken, Schwachstellenanalyse, Das Pflichtenheft), Beispiel, Objektorientierte Programmierung (Grundbegriffe des OOP, Diagrammtypen auf Basis UML).

  1. Datenbanken und Datenbanksysteme
  2. Grundlagen der Wirtschaftsinformatik: Einführung in Microsoft Access
  3. Projektorganisation -Projektdefinition
  4. Beispiel
  5. Objektorientierte Programmierung

Datenbanken und Datenbanksysteme

Einsatzbereiche in der Wirtschaftspraxis

  • Unterstützung von Routinearbeiten
  • Mehrfachnutzung von Daten
  • Bewältigung der Informationsflut
  • Fehlervermeidung
  • Änderungen vornehmen
  • Verbesserung der Auskunftsbereitschaft

Einsatzgebiete

Personalinformationssysteme:

  • Personalstammdatenverwaltung
  • Stellenverwaltung
  • Bewerberdatenbank
  • Ressourcenzuordnung
  • Seminarverwaltung

Büro-Management, Sekretariat (Assistenz):

  • Vorgangsverwaltung
  • Bestandsverwaltung
  • Urlaubsverwaltung
  • Reise-Management
  • Veranstaltungs-Management

Einkaufsinformationssysteme:

  • Bestellinformationssysteme
  • Lieferanteninformationssysteme
    (inklusive Lieferantenbewertung)
  • Teileinformationssysteme

Vertriebsinformationssysteme:

  • Verkaufsinformationssysteme
  • Kundenverwaltung
  • Artikelverwaltung
  • Kontakt-Management
  • Verkäuferinformationssysteme

Finanzinformationssysteme:

  • Inventarverwaltung
  • Finanzplanung/ -kontrolle
  • Offene Posten-Kontrolle
  • Fahrzeugkostenkontrolle

Aufgaben

  • Verwaltung umfassender Datenmengen
  • Bewältigung der Informationsflut
  • Gezielter Zugriff auf vorhandenes Informationsmaterial

Datenbankprogramme

  • Sammlung und logische Verknüpfung von Daten
  • Systematische Verwaltung der Daten
    (Ablage von Themengebieten in Tabellenform)

Datenbank

  • Strukturierte Verwaltung betriebliche Daten in Feldern
  • Aufbewahrung der Daten (zu bestimmten Themen) an zentraler Stelle
  • Einmalige Änderung ergibt Abgleichung an allen betroffenen Stellen (Aktualisierung)

Vorteile von Datenbankprogrammen

  • übersichtliche Bildschirmformulare (Eingabe neuer Daten, Pflege alter Daten)
  • zahlreiche Auswertungen in übersichtlicher Form
  • Einmalige Änderung ergibt Abgleichung an allen betroffenen Stellen (Abfragengestaltung)
  • Bereitstellung leistungsfähiger Werkzeuge zur gezielten Abfrage von Daten

Struktur eines Datenbanksystems

Datenbanksystem

Bildbeschreibung "Datenbanksystem": Externe Sicht (Anwendungen: Auftragsbearbeitung, Lagerhaltung, Bestellwesen), Konzeptionelle Sicht (Datenmodell: logische Datenstrukturen), Datenspeicherung (Interne Sicht: Server, physische Datenorganisation).

Datenbasis:

inhaltlich zusammengehöriger Datenbestand

  • Kundenliste
  • Artikelliste

Datenbank-Management-System (DBMS):

  • Microsoft Access
  • dbase
  • Oracle
  • Lotus

Anforderungen an ein Datenbanksystem

  • Datenunabhängigkeit (weitestgehende Zerlegung der Daten
    Beispiel: Straße, Ort, Postleitzahl statt allgemeine Adresse)
  • Minimale Datenredundanz (keine Wiederholungen)
  • Datenintegrität (Daten müssen vollständig, korrekt, widerspruchsfrei und aktuell sein)
  • Datensicherheit (physische Organisation)
  • Datenschutz (Zugriffsberechtigungen)
  • Schnittstellen (nichtprozedurale und prozedurale: Übergabe bzw. Übernahme von Daten verschiedener Datenbanken)
  • Konkurrierender Datenzugriff (Organisierte Änderung)
  • Strukturierung der Daten (Saubere Einordnung)
  • Trennung der Daten (Saubere Trennung)

Datenbankmodelle

  • hierarchische Datenbanken
  • Netzwerkmodelle
  • relationale Datenbanken (Oracle, Microsoft Access, dbase, SQL-Server)
  • objektorientierte Datenbanken (Poet)

Hierarchisches Datenbankmodell

  • Beruht auf flachem mathematischen Baum-Modell.
  • Aufbauend auf einer Wurzel werden Knoten gebildet, welche wiederum Wurzel für weitere Knoten sein können.
  • Daten innerhalb dieser Knoten-Struktur.

Hierarchisches Datenbankmodell

Bildbeschreibung "Hierarchisches Datenbankmodell": Beispiel. Kunde erteilt Auftrag 1, 2 und 3. Jeder Auftrag enthält verschiedene Artikel (Artikel 1, 2, 3).

Vorteile:

  • einfacher Aufbau
  • schneller Zugriff

Nachteile:

  • Querverweise
  • Umstrukturierung
  • Datenform

Hinweis: Resultat: Einschränkung der optimalen Datenbanknutzung!

Netzwerkmodell

Ähnlich dem hierarchischen Modell, doch mit dem Unterschied, dass ein Datenobjekt mehrere Vorgänger haben kann.

Netzwerkmodell

Bildbeschreibung "Netzwerkmodell": Beispiel. Kunde erteilt Auftrag 1, 2 und 3. Auftrag 1 enthält Artikel A, Auftrag 2 enthält Artikel B und C, Auftrag 3 enthält Artikel D. Besonderheit: Auftrag 3 ist Vorgänger für Artikel A, ebenso wie Auftrag 2 Vorgänger für Artikel A und D.

Objektorientiertes Modell

  • Abbildung der Daten in Form von Objekten
  • Definition und Vererbung von Methoden
  • Vererbungen und Klassenhierarchien möglich

Vorteile:

  • Integritätssicherung
  • Abfragefunktionalität
  • dynamisches Design
  • Abbildung beliebiger Typen

Nachteile:

  • Marktdurchsatz
  • Abstraktionsanforderungen

Relationale Datenbanken

  • Die Theorie: E. Codd (1970): relationales Modell
  • Das Hilfsmittel: P.S. Chen: ER-Modell (Entity Relationship)
  • Grundlage für DB-Entwicklungsprogramme (CASE = Computer Added Software Engeneering)
  • 1986: SQL Standardisierung
  • 1993: SQL 3-Norm und beginnende Berücksichtigung objektorientierter Ansätze
  • definiertes mathematisches Modell
  • Abbildung der Daten in Form von Relationen / Beziehungen auf Tabellen
  • Verknüpfung über Schlüssel (temporär)

Vorteile:

  • Verfügbarkeit
  • Schnelligkeit
  • SQL-Syntax
  • begünstigt Design- und Optimierungsmethoden

Nachteile:

  • Integritätssicherung
  • Komplexität nach Normalisierung
  • umständliche SQL-Befehlskonstrukte bei verknüpften Tabellen

Grundaussagen zum Relationalen Modell

  • Setzt sich aus mehreren Dateien, welche als Tabellen strukturiert sind, zusammen.
  • Die Zeilen enthalten die Datensätze (records).
  • Die Spalten enthalten die Datenfelder.
  • Wesenszug der relationellen Datenbank sind die Beziehungen (Relationen) zwischen den Tabellen.
  • Zur eindeutigen Kennzeichnung der einzelnen Datnsätze dient der Primärschlüssel.
  • Der Primärschlüssel muss eindeutig sein und bei jedem Datensatz einen Wert haben. Der Primärschlüssel ist von Bedeutung für den Zugriff (Lesen und Schreiben), für das Navigieren und für die Verbindung von Dateien. Der Sekundärschlüssel ist ein Feld einer Tabelle, welches in einer anderen Tabelle als Primärschlüssel fungiert.

Planung und Aufbau einer Datenbank: Entity Relationship Modell

  • zur "graphischen Strukturierung" und zum Aufbau einer relationalen Datenbank
  • übersichtliche Darstellung der Beziehungen (Relationen) zwischen den Tabellen (Objekten) sowie deren Attribute (Merkmale)

Symbole bei ER-Modell:

Objekte (Rechtecke), Attribute (Ovale oder Ellipsen), Beziehungen (Rhomben)

Beziehungen und Objekte werden mit durchgezogenen Linien verbunden.
Attribute und Objekte werden mit gestrichelten Linien verbunden.

Erstellung einer Datenbank mittels ER-Modell (Vorgehensweise)

  1. Definition der Aufgabe
  2. Beschreibung der Beziehungen zwischen den Objekten (1:n, n:1, m:n, 1:1)
  3. Zusammenfassung bzw. weitere Unterverteilung von Objekten mit gemeinsamen Eigenschaften
  4. Attributezuordnung, Primärschlüsselvergabe (unterstrichene Attribute)
  5. Erstellung Datenbanktabelle

Grundsätze der Normalformlehre

  • Redundanzfreiheit
  • nur Tatsachen und keine Prozessdaten sind aufzunehmen
  • jeder Datensatz muss eindeutig identifizierbar sein Primärschlüsselfeldeinrichtung)

Normalisierungsschritte:

  1. Kein Feld darf mehrfach vorkommen.
  2. Jedes Feld, das nicht Primärschlüsselfeld ist, muss vom Primärschlüssel abhängig sein, sonst sollte es ausgelagert werden.
  3. Jedes Feld, das noch von einem anderen Schlüssel, als dem Primärschlüssel abhängig ist, muss ausgelagert werden.

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Grundlagen der Wirtschaftsinformatik: Einführung in Microsoft Access

Einordnung / Hauptkomponenten

Microsoft Office:

  • Word
  • Excel
  • Access
  • Power Point
  • Front Page

Access:

  • Abfragen
  • Module
  • Formulare
  • Tabellen
  • Makros
  • Berichte

Tabellen

Tabellenentwurf:

Tabellen

Bildbeschreibung "Tabellen": Eine Tabelle hat einen Namen, Datenfelder und Datenzeilen mit verschiedenen Felddatentypen.

  1. Feldname
    • max. 64 Zeichen, nicht erlaubt: [ ] ! .`
  2. Felddatentypen
    • Text
    • Memo
    • Zahl (Byte, Integer, Long Integer, Single, Double, Dezimal)
    • Datum/Zeit
    • Währung
    • AutoWert
    • Ja/Nein
    • OLE-Objekt
    • Hyperlink
    • Nachschlagefeld
Feldeigenschaften:
  1. Feldgröße
    • Textfeld: Anzahl der Zeichen
    • Zahl: Untertyp (Byte, Integer usw.)
  2. Format
    • Zahl: #.##0,00 (Bsp.: 4.822,12)
  3. Standardwert
  4. Gültigkeitregel
  5. Gültigkeitsmeldung
  6. Eingabe erforderlich

Abfragen

Abfragen

Bildbeschreibung "Abfragen": Eine Abfrage entsteht durch Kombination bestimmter Daten verschiedener Tabellen unter Zuhilfenahme von Projektionen und Selektionen.

Projektion und Selektion:

Projektion

Bildbeschreibung "Projektion und Selektion": Selektion = Auswahl bestimmter Datensätze. Projektion = Abbilden bestimmter Spalten dieser ausgewählten Datensätze in einer neuen Tabelle.

Formulare

Formulare

Bildbeschreibung "Formulare": Daten- und Entwurfsansicht.

Die vorangegangene Grafik zeigt einmal den Unterschied der Ansichten.

Steuerelemente:

  • Textfelder
  • Bezeichnungsfelder
  • Optionsgruppen
  • Listenfelder
  • Kombinationsfelder
  • Umschaltflächen

Berichte

  1. Seitenkopf / -fuß
    Bereich wird für jede gedruckte Papierseite erzeugt.
  2. Berichtskopf / -fuß
    Bereich wird am Anfang bzw. am Ende des Berichtes erzeugt.
  3. Detailbereich
    Bereich wird für jeden Datensatz erzeugt.
  4. Gruppenkopf / -fuß
    Bereich zur Definition eines Gruppenwechsels

Makro

Ein Makro ist die Zusammenfassung mehrerer vorgefertigter Aktionen zu einem Block von Aktionen.

Beispiel für Aktionen:

  • GeheZuDatensatz
  • ÖffnenAbfrage
  • ÖffnenBericht
  • ÖffnenFormular
  • Signalton
  • Schließen
  • Meldung

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Projektorganisation -Projektdefinition

Was ist ein Projekt?

Ein Projekt ist ein Vorhaben, das im Wesentlichen durch die Einmaligkeit der Bedingungen in ihrer Gesamtheit gekennzeichnet ist.

Projekte zeichnen sich durch folgende Eigenschaften und Merkmalen aus:

  • Einmaligkeit der Aufgabenstellung (und der Zielvorgabe)
  • Komplexität der Aufgabenstellung (des Projektes)
  • zeitliche Befristung ( Start- und Endtermin)
  • Kostenbegrenzung (festgelegtes Budget)
  • Unsicherheiten und Risiken (wirtschaftlich, technisch und terminlich)
  • Bildung einer Projektgruppe (ausschließlich für das geplante Vorhaben)
  • abgestimmte Organisation (Einrichtung für das Vorhaben)

Projektauslösung

Gründe für eine Projektauslösung:

Gründe für eine Projektauslösung

Bildbeschreibung "Gründe für eine Projektauslösung": Marktbezogene Entwicklungen, wirtschaftliche Probleme, Controlling-Ergebnisse, Innovation/Ideen, organisatorische Probleme, technische Probleme.

Mögliche Projekte im IT-Bereich:

  • Entwicklung von Anwendungssystemen
  • Einführung neuer Informationssysteme
  • Ablösung von Eigenentwicklungen durch Standard-Software
  • Umsetzung der Prozessorientierung über Workflow-Systeme
  • Umsetzung von Rightsizing oder Outsourcing
  • Entwicklung neuer Hardware-Projekte
  • Aufbau überbetrieblicher Netzwerke
  • Vernetzung von IT-Systemen

Beispiele für Projektauslösung:

  • organisatorische Probleme: Brüche im innerbetrieblichen Informationsfluss
  • technische Probleme: zu hoher Wartungsaufwand, störanfällige Systemkomponenten
  • wirtschaftliche Probleme: sinkende Umsätze, hoher Kostendruck, Rationalisierungszwang
  • marktbezogene Entwicklungen: verschärfte Konkurrenz, Wettbewerbsdruck
  • Innovationen, Ideen: Aufbau neuer Kommunikationsbeziehungen, neue Produktideen
  • Controlling-Ergebnisse: fehlerhafte, ineffiziente IT-Systeme, zu hohe Kosten im IT-Bereich

Vorstudie

Folgende Aspekte sind im Rahmen der Vorstudie zu beachten:

  • Zweck und Aufgabe der Vorstudie
  • Problemanalyse
  • Ziele
  • Lösungsalternativen
  • Zeitplanung
  • Prüfung des Personalbedarfs und der IT-Unterstützung
  • Wirtschaftlichkeitsbetrachtung

Zweck und Aufgabe der Vorstudie:

  • die projektauslösenden Probleme, Ideen oder Entwicklungen näher zu betrachten
  • Berechtigung für ein Projekt zu prüfen
  • Ziele des Projektes bestimmen
  • Untersuchung, ob die angestrebte Zielsetzung in organisatorischer, IT-bezogener und wirtschaftlicher Hinsicht realisiert werden kann.

Die wichtigsten Aufgaben der Vorstudie:

Vorstudie

Bildbeschreibung "Vorstudie": Lokalisierung und Analyse der Probleme, Prüfung des Zeitbedarfs, Prüfung des Personalbedarfs, Erstellen eines Projektantrages, Abwägung von Kosten und Nutzen, Prüfung des Bedarfs an IT-Unterstützung, Prüfung und Bewertung von Lösungsalternativen, Festlegung von Zielen.

Problemanalyse

  • Probleme definieren und lokalisieren
  • Prüfen und einschätzen von Umfang und Komplexität
  • Analyse der Schwachstellen
  • Analyse der Ursachen der Probleme
  • Analyse der Auswirkungen dieser Probleme auf die betrieblichen Organisationseinheiten, die IT-Systeme und das Marktgefüge

Typische Fragestellungen in der Problemanalyse sind:

  • Welche Probleme gibt es?
  • Wo liegt das Problem?
  • Wodurch wurde das Problem verursacht?
  • Wer ist davon betroffen?
  • Wie lange gibt es die Probleme?
  • Zeichnen sich Folgeprobleme ab?
  • Welche Auswirkungen ergeben sich aus den erkannten Problemen?

Erhebungstechniken

Erhebungstechniken sind Methoden und Techniken zur Gewinnung von Informationen zum Problemkreis!

Erhebungstechniken: Interview, Fragebogen, Konferenz
Interview Fragebogen Konferenz
Vorteile:
  • Flexibilität (nachfragen bei Unklarheiten möglich)
  • Vertiefungsmöglichkeit
  • praxisnahe, schnelle und einfache Informationsgewinnung
  • Vermeidung von Missverständnissen
  • individuelles Eingehen
  • Gute Auswertungsmöglichkeiten
  • statistisch gesicherte Ergebnisse
  • dokumentierte Ergebnisse
  • Probleme können schnell erkannt und abgeklärt werden
  • Streitpunkte können direkt angesprochen werden
  • Abstimmungen möglich
Nachteile:
  • zeitaufwendig
  • Inanspruchnahme der Arbeitszeit des Befragten
  • hohe Personalkosten
  • kaum strukturiert
  • subjektive Einschätzung ist schwer von objektiven Tatsachen zu trennen
  • Zeitaufwendige Vorbereitung
  • wichtige Informationen können unentdeckt bleiben
  • Zeitaufwendige Vorbereitung und Durchführung
  • hohe Anforderungen an den Konferenzleiter
  • Anschlussauswertung unbedingt erforderlich
Erhebungstechniken: Dokumentenanalyse, Beobachtung, Selbstaufschreibung
Dokumentenanalyse Beobachtung Selbstaufschreibung
Vorteile:
  • Dokumentation liegt bereits vor
  • relativ geringer Arbeitsaufwand (Zeitersparnis)
  • gezielte Suche möglich
  • unauffällige Informationsgewinnung
  • unauffällige Informationsgewinnung zum Zeitpunkt des Geschehens
  • objektive Informationsgewinnung
  • individuelle Berücksichtigung der Bedürfnisse der Mitarbeiter
  • Ergebnisse können statistisch ausgewertet werden
Nachteile:
  • Dokumentation ist nicht immer aktuell
  • Dokumentationen sind häufig unvollständig
  • unsichere Bewertung der Ergebnisse
  • nicht immer repräsentative Ergebnisse bei zu kurzem Beobachtungszeitraum
  • keine Mitwirkungsmöglichkeit der betroffenen Stellen
  • Gefahr der Verfälschung durch subjektive Angaben
  • große zeitliche Belastung für den Mitarbeiter

Schwachstellenanalyse

Im Anschluss an die Erfassung und Beschreibung des Ist-Zustandes folgt eine Schwachstellenanalyse. Hier gibt es unterschiedliche Sichtweisen.

Management-Sicht:

  • Störungen im Informationsfluss
  • Mangel an Fachpersonal
  • zu hohe Kosten
  • fehlende Kommunikationstechnologie
  • Kundenbeschwerden, Abwanderungen

Organisationssicht:

  • unzureichende Auslastung
  • Störungen in den Arbeitsabläufen
  • zu hohes Belegaufkommen
  • zu hohe Liege- und Transportzeiten

IT-Sicht:

  • Programmfehler, technische Probleme
  • fehlende Software-Lösungen
  • Mängel in der Performance
  • Mängel in der Datensicherung
  • veraltete IT-Systeme

Anwendersicht:

  • Probleme im Programmhandling
  • Schulungsdefizite
  • veraltete Hilfsmittel
  • zu geringe IT-Unterstützung

Aus den erkannten Schwachstellen heraus ind konkrete Anforderungen zu formulieren. Diese bilden dann die Grundlage für die Modellierung eines neuen Systems bzw. für den Software-Entwicklungsprozess und werden in einem Pflichtenheft zusammengefasst.

Das Pflichtenheft

Unter einem Pflichtenheft versteht man die ausführliche Beschreibung der Anforderungen des Auftraggebers an zu erstellende bzw. anzuschaffende Produkte (Liefer- und Leistungsumfang). Es wird häufig auch als Leistungsbeschreibung bzw. Lastenheft bezeichnet. Bei hausinterner Software-Entwicklung sind dafür die Begriffe Programmvorgaben bzw. Programmspezifikation gebräuchlich.

Inhalt eines Pflichtenheftes:

  • Unternehmenscharakteristik
  • Problembeschreibung
  • Zielsetzung
  • Produktanforderungen (Hardware, Software)
  • Ressourcen
  • Modalitäten

Standardgliederung für ein Software-Pflichtenheft:

  1. Unternehmenscharakteristik
    • 1.1 Name und Adresse des Unternehmens
    • 1.2 Branche, Produktgruppe, Dienstleistungen
    • 1.3 Unternehmensgröße, Wachstumsrate
  2. Ist-Zustand der Arbeitsgebiete
    • 2.1 Bisherige Verfahren und Produktionsmittel
    • 2.2 Unternehmensspezifische Besonderheiten
    • 2.3 Bewertung des Ist-Zustandes
  3. Zielsetzungen
    • 3.1 Quantifizierbarer Nutzen
    • 3.2 Sonstige Vorteile
  4. Anforderungen an die geplante Anwendungs-Software
    • 4.1 Fachliche Anforderungen
      • Überblick und Zusammenhänge
      • Detaillierte Anforderungen an die Arbeitsgebiete
    • 4.2 Technische Anforderungen
  5. Mengengerüst
    • 5.1 Kartei-/Stammdaten
    • 5.2 Bestandssätze, Belege/Zahl der Bewegungen
  6. Eventuelle Anforderungen an Hardware und System-Software
    • 6.1 Hardware
    • 6.2 System-Software
  7. Mitarbeiter für die Umstellung
  8. Zeitlicher Realisierungsrahmen
  9. Anforderungen an die Lieferfirma
  10. Wünsche zum Angebotsaufbau und -inhalt
    • 10.1 Angebotsaufbau
    • 10.2 Preise und Vertragsbedingungen
    • 10.3 Abgabetermin des Angebots
  11. Anlagen zum DV-Pflichtenheft

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Beispiel

  1. Access-Datenbank zur Verwaltung des Geschäftsprozesses Auftragsbearbeitung, Fakturierung
    • 1.1 Thema der Projektarbeit
    • 1.2 Abgrenzung des Projektumfangs
  2. Ausgangssituation und Ist-Zusatand
  3. Zielsetzung
    • 3.1 Datenbankmodell
    • 3.2 Funktionalität
    • 3.3 Kosten
    • 3.4 Zeitraum
  4. Durchführung des Projektes
    • 4.1 Planungsphase
      • 4.1.1 Analyse des innerbetrieblichen Prozesses
        Auftragsbearbeitung, Fakturierung
      • 4.1.2 Analyse der Datenbasis
      • 4.1.3 Analyse der technischen Voraussetzungen
    • 4.2 Modellieren der Datenstruktur
    • 4.3 Pflichtenheft
  5. Realisierungsphase
    • 5.1 Normalisierung der Tabellen
    • 5.2 Realisierung und Gestaltung der Formulare
    • 5.3 Erstellen von Abfragen
    • 5.4 Entwicklung von Berichten
  6. Testen
  7. Dokumentation
  8. Betriebswirtschaftliche Betrachtungen
    • 8.1 Kostengegenüberstellung
    • 8.2 Nutzenberechnung

1.1 Gegenstand der Projektarbeit

Beginnend mit der geeigneten Nutzung vorhandener Datenbestände sowie Realisierung der Teilschritte
  • Angebote erstellen
  • Auftragsbestätigungen
  • Rechnungen und
  • Lieferscheine
in geeigneter Form zu erfassen, auszugeben und zu speichern sowie den Prozess der Rücksendungen und Nachlässe IT-seitig abzusichern.

1.2 Abgrenzung des Projektumfanges

Die Funktionalität des Systems beschränkt sich auf die Erfassung und Pflege der Stamm- und Bewegungsdaten der Handhabung des Bereiches Angebotserstellung, Auftragsbestätigung, Rechnung und Lieferschein.

Nachlässe und Rücksendungen sowie die automatische Verbindung zur FIBU werden im Projektansatz als Schnittstelle berücksichtigt aber aufgrund des zeitlichen Rahmens nicht realisiert.

2. Ausgangssituation Ist-Zustand

Die bisherige Verwaltung der Stammdaten bzw. Realisierungen von Rechnungen- und Angebotserstellungen erfolgte unter Nutzung von Word und Excel. Das hat zur Folge, dass Daten mehrfach erfasst wurden, das höhere Fehlerhäufigkeit und zeitlicher Mehraufwand sich abzeichnen. Außerdem sind effektive Auswertungsmethoden nur begrenzt möglich.

3. Zielsetzung (-stellung)

zentrale Ziele:

  • durch kontinuierliche Pflege der Daten und leistungsfähige Methoden zur Bewältigung des Geschäftsprozesses Auftragsbearbeitung / Fakturierung das Unternehmen leistungsfähiger zu machen
  • Zugriffsrechte (Datensicherheit)

Teilziele:

  • Abläufe schaffen, Doppelerfassung zu vermeiden, Bearbeitungszeiten zu verkürzen, Kontrolle durch höhere Informationsqualität zu verbessern

3.1 Datenbankmodell

Hauptziel ist die dynamische Abbildung des Prozesses Auftragsbearbeitung / Fakturierung mit Schwerpunkt Angebote, Auftragsbestätigung, Rechnung, Lieferscheine. Dabei werden an das Datenbankmodell folgende Anforderungen gestellt:

  • logische Zuordnungen der Datenbankobjekte
    (Kunde; Artikel; -kopf; -details)
  • die absolute Aktualität der Daten (Datenintegrität)
  • kurze Reaktionszeiten durch effektive Abfragemechanismen
  • kurze Kontrollmöglichkeiten (Überwachung Angebote)

3.2 Funktionalität

  • Erfassung, Verwaltung der Stamm- und Bewegungsdaten sollte eine benutzerfreundliche, graphische Oberfläche realisiert werden
  • Daten müssen vollständig, korrekt, widerspruchsfrei die Realität abbilden

3.3 Kosten

  • man nutzt das vorhandene Software-Paket
  • Ziel im Rahmen der Kostenersparnis:
    • Zeiten für Eingabe, Änderung ... reduzieren, d.h. Verringerung des Personalaufwands
    • Vermeiden von Verlusten durch fehlerfrei und zeitgerechte Bearbeitung des Geschäftsprozesses
    • mögliche Vermeidung von Differenzen im Lagerbestand

3.4 Zeitraum

Das Projekt wird im Zeitraum vom 12.11.2001 - 31.12.2001 realisiert.

4. Durchführung des Projektes

4.1 Planungsphase

4.1.1 Befragung der Mitarbeiter

4.1.2 Analyse des innerbetrieblichen Prozesses

Vorhandene Informationen untersuchen, wie man sie in ein neues System integrieren kann.

4.1.3 Technische Voraussetzungen

4.2 Modellierung (ER-Modell)

  • graphische, übersichtliche Form der Darstellung
  • Objekte, Beziehungen und Attribute werden dargestellt
  • Beziehungstabelle zur Beschreibung der Beziehungen
    (ein Kunde erhält mehrere Rechnungen)

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Objektorientierte Programmierung

Wesentliche Konzepte der Software-Entwicklung (bisher):

  • strukturierte oder prozedurale Programmierung
  • Datenbankentwicklung

Nachteil dieser Konzepte:

  • Trennung des Programmablaufs von der Datensicht

Ausweg:

Die objektorientierte Programmierung überwindet diese Probleme durch:

  • Erzeugung von Klassen, die sowohl die Kennzeichen der Daten (Attribute, Merkmale) und die zugehörigen Operationen (Methoden) zusammenfassen
  • Kapselung der Daten, d.h. auf sie kann nur innerhalb der Klasse zugegriffen werden, andere Programmteile können die Daten nicht verändern und nur über spezifische Methoden dieser Klasse lesen

Grundbegriffe des OOP

Objekt:

Ein Objekt ist ein konkret vorhandener Gegenstand mit
  • Bezeichnung
  • Attributen und
  • Methoden (Operationen)

(Methoden werden durch Nachrichten ausgelöst)

Klasse:

Eine Klasse fasst gleichartige Objekte zusammen.

  • Objekte haben zwar eine eigene Identität, andererseits können verschiedene Objekte Gemeinsamkeiten haben
  • Objekte mit gleichartigen Attributen und gleichen Methoden können eine Klasse bilden

Vererbung:

Das OOP bietet die Möglichkeit der Vererbung.

  • Attribute und Methoden können vererbt werden
  • die vererbende Klasse nennt man Basisklasse
  • die erbende Klasse nennt man abgeleitete Klasse

Unified Modeling Language (UML):

Graphische Modellierungstechnik mit einer einheitlichen Notation für das OOP.

Diagrammtypen auf Basis UML

  • Anwendungsfalldiagramm (Use Case Diagram)
  • Klassendiaramm (Class Diagram)
  • Verhaltensdiagramm (Behavior Diagram)
    • Aktivitätsdiagramm (Activity Diagram)
    • Sequenzdiagramm (Sequence Diagram)

Falldiagramm (Teil 1)

Bildbeschreibung "Falldiagramm (Teil 1)": Grafische Darstellung des Ablaufes. Verkäufer berät den Kunden und erstellt den Kaufvertrag, Sachverständige(r) führt die Abrechnung mit dem Kunden durch.

Anwendungsfalldiagramm (Use Case Diagram):

  • Sicht des Systems von außen
  • Anforderungen der Benutzer werden betrachtet
  • Verhaltensweisen des Systems bei Interaktion zwischen Aktor und System

Falldiagramm (Teil 2)

Bildbeschreibung "Falldiagramm (Teil 2)": Grafische Darstellung des Ablaufes. Aktor verwendet Systemkomponente.

Grundlagen Klassendiagramm (Vererbung):

Klassendiagramm

Bildbeschreibung "Klassendiagramm": Eine Klasse enthält Name/Bezeichnung, Attribut/Instanzvariable, Methoden. Beispiel Hauptklasse Artikel, Unterklassen für verschiedenen Laufwerke.

Weiterführende Verweise: